Buchempfehlung für Eltern

Hilfe ein Baby! Was soll ich tun?

Buchempfehlungen für werdende, frischgebackene und altbackene Eltern

Ein neuer Erdenbürger ist immer eine Herausforderung – Als Eltern wollen wir für unsere Kinder nur das Beste, wir möchten sie auf die Welt vorbereiten sodass sie glücklich und erfolgreich sind.

Doch in einem Zeitalter wo oftmals das eigene Baby das erste Baby ist das man in den Händen hält ist es nicht leicht herauszufinden wie man die Eltern sein kann die man gerne wäre. Und die zahlreichen (oft gegensätzlichen) Tipps, Ratschläge und manchmal auch Vorwürfe die man als Eltern ständig und ungefragt erhält, stiften meist mehr Verwirrung als dass sie helfen.

Auch Bücher zum Thema gibt es wie Sand am mehr. Grundsätzlich empfiehlt es sich nicht zu  viel zu lesen – und auf das eigene Kind und Herz zu hören.

Hier sind jedoch ein paar Bücher auf die wir gestossen sind, welche eine ganzheitliche Perspektive zum Eltern- (und Kind-) Sein beinhalten und dabei nicht vergessen das jedes Kind einzigartig ist sowie dessen Eltern und es daher keine „Zauberregeln“ gibt die immer passen. Sie decken die Basis ab die man so vor der Geburt sowie nach der Geburt braucht. Lesen sie was sie interessiert und picken sie (nur) heraus was sie für gut befinden!

Mit der Natur statt gegen sie: Entspannte Eltern möchte ich haben

Nicola Schmidt

Artgerecht – Das andere Baby-Buch -Natürliche Bedürfnisse stillen. Gesunde Entwicklung fördern. Naturnah erziehen

Seit der Steinzeit haben unsere Babys dieselben Bedürfnisse: Nähe, Schutz, Getragensein, essen dürfen, wenn sie hungrig sind, und schlafen dürfen, wenn sie müde sind. Unsere moderne Welt jedoch passt nicht immer zu diesen Bedürfnissen. Wie Eltern dennoch dem biologischen Urprogramm ihrer Kinder gerecht werden können, zeigt dieses Buch: konkret, ermutigend, undogmatisch und nachhaltig.

WARUM: Oft ist die Vorstellung von Schwangerschaft, Geburt und Baby-Zeit romantisiert und hat mehr mit Hollywood zu tun als mit Wirklichkeit. Dieses Buch gibt eine unverblümte Sicht auf die Zeit nach der Geburt und erlaubt dadurch sich einzustellen. Ratschläge wie man und frau die Zeit am besten als junge Familie übersteht fehlen natürlich nicht.

WANN: Vor der Geburt (oder sogar Schwangerschaft) lesen.

 

In Babyschuhen stecken: Meine Welt verändert sich ständig, bitte seid mein Fels in der Brandung!

Hetty van de Rijt, Frans X. Plooij

Oje, ich wachse! – Von den 10  ‚Sprüngen‘ in der mentalen Entwicklung Ihres Kindes während der ersten 20  Monate und wie Sie damit umgehen können.

Zehn „Sprünge“ in seiner geistigen und körperlichen Entwicklung macht ein Baby in den ersten 20 Monaten mit. Sie gehen mit viel Unruhe und Geschrei einher und bringen Eltern zuweilen an den Rand der Verzweiflung. Die „Visitenkarte“ eines solchen Sprungs sind unruhige, weinerliche Perioden – die Babys sind anstrengender, empfindlicher und fordernder als sonst. Doch diese aufregende Zeit – fast auf die Woche genau vorhersagbar – ist zugleich auch spannend. Wie Eltern – vor allem Mütter – diese Zeit gut überstehen und wie sie ihrem Baby helfen können, zeigen die Autoren anhand neuester Forschungsergebnisse. Sie nehmen sie an die Hand und lotsen sie mit viel Einfühlungsvermögen durch diese schwierigen Phasen. Und sie zeigen ihnen, womit sie ihr Kind jetzt fördern können. Denn in dieser Zeit ist es besonders offen für alles Neue. Ein unverzichtbares Buch für alle jungen Eltern.

WARUM: Hilft Verständnis für das Kind während der schwierigen Phasen aufzubringen, da es die Perspektive des Kindes aufzeigt und Verständnis für sich als Eltern da es auch eindrückliche Zitate von anderen Eltern und wie es ihnen ergangen ist. Zu wissen nicht das einzige Elternpaar zu sein das Schwierigkeiten hat ist oft ein Trost!

WANN: Lesen ab Geburt immer von Entwicklungsschritt zu Entwicklungsschritt. Der erste findet im Alter von vier Wochen statt.

TIPP: Es gibt eine Smartphone App dazu, wo sich die Daten für das eigene Kind einstellen lassen und die Sprünge nochmal zusammengefasst sind.

Kindererziehung mit Weitblick: Hab mich lieb – in guten wie in schlechten Zeiten

Alfie Kohn

Liebe und Eigenständigkeit – Die Kunst bedingungsloser Elternschaft, jenseits von Belohnung und Bestrafung

Wir fragen uns häufig, wie wir es erreichen können, dass unsere Kinder das tun, was wir von ihnen wollen. Genau hier stecken wir in den Sackgassen gewohnter Erziehungsversuche fest. Das Buch hilft Eltern ihre Erziehung auf das Wesentliche zurückzuführen: „Was brauchen Kinder und wie können wir diese Bedürfnisse erfüllen?“ und „Wie können wir ihnen helfen zu gesunden, warmherzigen und verantwortungsbewussten Menschen heranzuwachsen?“

Eine Vielzahl praktischer Beispiele zeigen uns ganz alltagsbezogen, wie wir mit Kindern zusammenarbeiten können, statt sie nur als Objekte zu behandeln. Denn ein Grundbedürfnis aller Kinder ist es, bedingungslos geliebt zu werden. Zu wissen, dass sie auch dann angenommen sind, wenn sie mal voll aufdrehen oder wenn ihnen etwas misslingt.

WARUM: Eine gute Lektüre und Inspiration zum Umgang mit dem Kind. Anders als viele „Erziehungsbücher“ beruht dieses Buch auf die Vermittlung von Werten, stellt die langfristige Entwicklung und Menschlichkeit in den Mittelpunkt.

WANN: Zu jederzeit eine gute Lektüre, besonders hilfreich für nach der Babyzeit, so ab 2-3 Jahre.

TIPP: Rund die Hälfte des Buches befasst sich mit der Festlegung von Erziehungszielen sowie „Irrtümern“ gängiger Erziehungsmethoden. Kann etwas langatmig sein – wir empfehlen (wie bei allen Büchern) getrost zu überspringen und herauszupicken wie es einen interessiert und anspricht.

Und als „Zweit-Meinung“ und Nachschlagewerk bei Bedarf:

Remo H. Largo

Babyjahre – Entwicklung und Erziehung in den ersten vier Jahren

Remo Largo, bekannter schweizer Kinderarzt gibt in seinem Buch keine Erziehungsratschläge, sondern zeigt auf, wie unterschiedlich die normale Entwicklung von Kindern sein kann.

WARUM: Ein tolles Nachschlagewerk für all die Fälle in dem man sein Kind anschaut und sich frägt: „Ist das normal?“ und „Was soll ich jetzt tun“?. Denn dies geschieht sehr oft beim ersten Kind – nicht zu Letzt durch das Vergleichen von Kindern, zum Beispiel durch andere prahlende Eltern („Meiner tut das nicht!“ / „Sie kann das schon“) oder Grosseltern („also bei meinen Kindern war das anders“). Das Buch ist dann schnell Griffbereit nachzulesen, das gesagte in Kontext zu setzen und vertreibt dadurch unnötige Sorgen.

WANN: Ab Geburt im Regal – und leicht zur Hand wenn gebraucht…

 

Brief eines Babys an seine Eltern

von Dr. Donna Ewy „Eine glückliche Familie werden. Lebensgestaltung für Paare“

Meine lieben Eltern,

ich komme zu Euch als kleines, unreifes Wesen mit der mir ganz eigenen Persönlichkeit. Ich bin nur kurze Zeit bei Euch – genießt mich!

  • Nehmt Euch Zeit herauszufinden, wer ich bin, wie ich mich unterscheide von Euch, und was ich Euch geben kann
  • Bitte gebt mir Nahrung, wenn ich hungrig bin. In Deinem Bauch, Mama, habe ich keinen Hunger gekannt, und Zeit und Uhren sind mir noch fremd.
  • Bitte haltet mich nah an Eurem Körper, liebkost mich, streichelt mich, küsst mich, erzählt mir. In Deinem Bauch, Mama, fühlte ich mich auch immer getragen und ganz nah bei Dir. Ich war da nie allein.
  • Ich hoffe, Ihr seid nicht zu enttäuscht, wenn ich nicht das perfekte Baby Eurer Träume und Hoffnungen bin. Seid auch nachsichtig und großzügig mit Euch selbst, wenn Ihr nicht die perfekten Eltern seid, die Ihr so gern wärt.
  • Erwartet nicht zu viel von mir neugeborenem Baby, und erwartet auch nicht zu viel von Euch als Eltern. Gebt uns beiden sechs Wochen – sozusagen als Geburtstagsgeschenk. Sechs Wochen für mich, dass ich reifen kann, mich stabilisieren und meinen Rhythmus finde, und sechs Wochen für Euch, wieder allmählich zu Euch zu kommen und mich in Euer Leben zu integrieren.
  • Bitte vergebt mir, wenn ich viel weine. Habt Geduld mit mir. Mit der Zeit werde ich immer weniger weinen und Euch mit meiner Gesellschaft erfreuen.
  • Achtet gut auf mich – schaut mir aufmerksam zu, denn ich kann Euch auch ohne Worte sagen, was ich brauche, wie Ihr mich trösten könnt und was mich zufrieden macht. Ich bin wirklich kein Tyrann, der zu Euch gekommen ist, um Euch Euer Leben zu vermiesen. Aber der einzige Weg, wie ich Euch momentan zu verstehen geben kann, dass mir etwas fehlt, ist weinen.
  • Bitte denkt daran, dass ich schon ganz schön zäh und widerstandsfähig bin. Ich kann schon viele Fehler aushalten, die Ihr anfangs aufgrund Eurer Unerfahrenheit natürlicherweise machen werdet. Solange Ihr mich lieb habt, kann eigentlich gar nichts schief gehen.
  • Bitte achtet auch auf Euch. Seht zu, dass Ihr Euch ausgewogen ernährt und genügend Ruhe und Bewegung bekommt, damit Ihr Euch in den Zeiten, in denen wir zusammen sind, gesund und kräftig fühlt. Versucht, zwischen „unwichtig“ und „wichtig“ zu unterschieden, seht Dinge etwas gelassener – dann könnt Ihr mich viel besser genießen.
  • Und bitte hegt und pflegt auch Eure Beziehung zueinander, weil diese mein Nährboden ist und mir zeigt, wie man Menschen lieb haben kann.

Wenn ich auch momentan Euer Leben ein bisschen durcheinandergebracht habe, so denkt daran, dass dies nur vorübergehend ist. Ich danke Euch beiden,

Euer Kind

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